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Der Vogelsberg ist ein altes Waldgebiet: Zur Zeit Cäsars gehörte das Gebiet zum Buchenland (Bacenis), später zur Buchonia (bewitschaftes Hügelland). Noch der Fuldaer Mönch Eigil berichtete damals von ’ungeheuren Bäumen’. Eintausend Jahre später war von dem Wald nicht mehr viel übrig. Die ersten Neu-Siedler hatten gerodet, nachdem sie sesshaft geworden waren immer wieder Holz-Fachwerk-Häuser gebaut, Holz zum Heizen genutzt, Köhler hatten Holzkohle für die Eisenschmelzen gebrannt, und das Weidevieh in Wald und Vorwald die jungen Triebe der nachwachsenden Bäumchen abgefressen.

Bild: Fast wie in einem Park - Buchenwald im Vogelsberger Oberwald.
Erst im 18. Jahrhundert begann in der Vogelsbergregion gezielte – geplante – Forstwirtschaft. Man wollte so 'kurzfristig' den dezimierten Waldbestand aufzuforsten, pflanzte die schnell wachsenden Baumarten Fichte, Kiefer und Lärche an. So entstand das heutige Waldbild mit teils ausgedehnten Nadelwäldern - Fichten- und Kiefernbestände, weniger Lärchen. Diese Monokulturen versucht man heute durch Pflanzen von Laubhölzern zu reduzieren, dem ursprünglichen 'Vogelsbergwald' wieder näher zu kommen.
Der Waldflächenanteil im Vogelsbergreis und der nördlichen Wetterau liegt heute bei 40% der Gesamtfläche und ist damit um 10% höher als der Durchschnitt der Bundesrepublik Deutschland. Im Naturpark zur Höhe hin steigt er stark an und beträgt im Bereich des Oberwaldes an die 90%. Ursprünglich war Laubwald vorherrschend - und hier überwiegend Buchen, im Oberwald vermischt mit Bergahorn, Bergulmen, Eschen und Ebereschen. Dort, wo andere Böden den Basalt ablösen, standen neben Buchen vor allem Eichen aber auch Feldahorn, Linden und Hainbuchen und in den meist sumpfigen Flussniederungen Erlen. Die heute vorkommenden Baumarten sind Nadelholz mit 54 %, wobei der Schwerpunkt mit 34 % bei der Fichte liegt. Das Laubholz nimmt 46 % der Waldfläche ein, davon alleine die Buche 32 %. Eichen sind mit nur 4 % des Laubholzanteils relativ gering vertreten. Die meisten Waldflächen bestehen aus Beständen mit zwei bis vier Baumarten (66 %). In 19 % der Bestände wächst nur eine Baumart und in 15 % fünf und mehr Baumarten. Was das Alter der Bäume betrifft, so wachsen oft in den Vogelsbergwäldern an einem Standort gleichzeitig mehrere Baumgenerationen.

Bild: Laub-Nadel-Mischwald im Vogelsberger Oberwald.
Selbstverständlich wird im Naturpark Forstwirtschaft betrieben, ausgenommen in den Schutzgebieten. Hierzu ein paar Zahlen- angaben. - Die durchschnittliche Umtriebszeit der Baumarten beträgt:
Eiche - 180 Jahre Buche - 140 Jahre Fichte - 100 Jahre Kiefer - 140 Jahre In seiner Altersklassenverteilung kann der Laubholzbestand des Vogelsbergs als relativ normal angesehen werden. Bei den Nadelhölzern ergibt sich ein ungünstigeres Bild. Hier gehören 48% der Bestandsfläche der Klasse 1 bis 40 Jahre, 15% der Klasse 41 bis 80 Jahre und 12% der Altersklasse über 80 Jahre an. - Von den natürlichen Voraussetzungen her ist der Vogelsberg als forstlicher Hochleistungsstandort anzusehen: 81 % der Wälder wachsen bei guter Nährstoffversorgung an 'frischen bis mäßig frischen' Standorten.
Übrigens: Weihnachtsbäume für den Eigenbedarf und für fast die ganze Rhein-Main-Region kommen aus dem Vogelsberg. Hier wird kein Wald 'abgeholzt', vielmehr werden bei Aufforstungen die Bäumchen so dicht gesetzt, dass man mit zunehmenden Wachstum auslichten muss.
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