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Selbstverständlich leben Menschen im Naturpark, Menschen, die - wie anderswo auch - ihrem Broterwerb nachgehen, Menschen, die Land und Landschaft gestalten - Menschen mit ihrer formenden Kraft: Menschen wie Sie und ich.

Bild: Menschen wie Sie und ich!
Die Vogelsberger feiern gerne. Märkte und Feste finden in allen Städten und Gemeinden das ganze Jahr über statt, vom Neujahrsmarkt angefangen über Frühlings- und Ostermärkte, Pfingst- und Sommermärkte, Kalte Märkte im Herbst bis hin zu den vielen romantischen Weihnachtsmärkten. Zum An- und Abangeln werden Teich- und Seefeste veranstaltet, in historischen Altstadtkernen oder Parks Lichterfeste, Trachtenfeste, Konzerte und Musikfeste, mitten im Naturpark auf dem Hoherodskopf das Vulkanfest und vieles, vieles mehr. Einen Grund zum Feiern finden die Vogelsberger immer - und wenn es auch nur eine gemütliche Stammtischrunde wird!

Bild: Den Vogelsberg immer wieder neu entdecken!
Moritz Gerhard Thilenius schreibt in den Jahren ab 1771 über die Vogelsberger: "Das Land ist gut bevölkert, noch kann ich die Anzahl der Lebenden darin nicht genau angeben", und er hält die Bewohner "im Ganzen für sehr arbeitsam". Weiter führt er aus: "Die Landleute sind ein sehr starkes, dauerhaftes, an sich gesundes Volk, hart gegen Hitze und Frost. Die am Oberwalde Wohnenden zeichnen sich hierin vorzüglich aus. - Beide Geschlechter haben meistenteils einen sehr guten Wuchs, gutes Ansehen, frische Farbe, derbes Fleisch; mehr schwarzes, schwarzbraunes als blondes Haar". Auch stellt er fest, dass dort, "wo man mehr unter sich heiratet, unvermischt geblieben ist, sieht man nur viel blondes, auch ganz weißes Haar; in wenigen Orten auch viel rotes Haar. - Unter dem Mannsvolke gibt es viele von außerordentlicher Größe; unter dem Weibsvolke viele recht hübsche Gesichter. Die Mädchen behalten auch hier länger ihr blühendes Aussehen, reine Haut, ihr kernhaftes, gewölbtes Busenwerk. - Manchmal aber sieht man dagegen viele von Sommerflecken verhäßlichte Gesichter, schlechten Wuchs, fast kein einziges hübsches Mädchen. - In jedem Stande findet man sehr alte Leute. Ein 80 bis 90jähriger, rüstiger, etliche Stunden Weges gehender Greis ist keine Seltenheit."
Den etwas 'eigenartigen' Charakters der Vogelsberger hat Pfarrer Otto Oskar Schulte im Jahr 1884 ganz treffend in einer heimischen Kirchenchronik beschrieben: Was an dem Vogelsberger vor allen Dingen auffällt, ist ein gewisses, ernstes, immer ausgewogenes Benehmen, das er zur Schau trägt. Ja, in dem Bewusstsein, niemals von seiner Würde etwas vergeben zu dürfen, haben seine Bewegungen sogar viel Eckiges, Hartes. Die Leichtfertigkeit, mit der sich z.B. der Rheinländer zu bewegen weiß, mangelt ihm vollständig. Sie würde ihm auch durchaus unangemessen erscheinen. Dieselbe Ruhe, derselbe Ernst zeigt sich auch in seiner Ansprache, seiner Auffassung. Er überlegt erst gründlich, ehe er urteilt und die 'Wenn' und 'Aber' haben oft kein Ende. Aber was er einmal als Recht erkannt hat, daran hält er fest. Wenn es nötig ist vertritt er es so gut bei den Höchstgestellten, wie bei den Niedrigsten. Man kann ihm infolge dessen nur schwer zur Begeisterung für etwas fortreißen. Aber wenn man ihn einmal dahin gebracht hat, dann ist sie auch ehrlich und anhaltend. Sie verfliegt nicht so leicht. Möglich, dass sich aus dieser vorsichtigen, ruhigen Überlegungsweise auch sein konservativer Sinn erklärt. Er hängt fast an allem Alten. Was die Väter getan, das war immer gut und tüchtig. - Zu dieser Zähigkeit am Halten am Alten kommt sein überaus redlicher Sinn. So ist es eine oft gehörte Redensart, dass sogar in den ärmsten Orten des Vogelsbergs die Leute so ehrlich seien, dass man getrost einen Wagen mit Allem in der Nacht auf der Straße stehen lassen könne, ohne befürchten zu müssen, dass auch nur das Kleinste genommen werde. Diebstahl und Raub sind fast unbekannte Laster."
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