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Der Naturpark Hoher Vogelsberg wurde im Jahr 1956 als erster seiner Art in Deutschland geschaffen. Heute ist Naturpark eine geläufige Bezeichnung, wenn auch viele nicht wissen, was sie eigentlich bedeutet(?): 'Zweck eines Naturparks ist es, großräumige Landschaften von übergebietlicher Bedeutung in ihrer natürlichen Schönheit und Eigenart zu erhalten und sie für die Erholung der Bevölkerung zu erschließen. Durch Einrichtungen im Naturpark sollen Besucher so gelenkt werden, dass der Schutz besonders sensibler Teile von Landschaft und Natur gewährleistet ist.' An der Verwirklichung dieses Grundprinzips wird im Vogelsberg seit Bestehen des Naturparks gearbeitet.

Übersicht: Ringstraße Hoher Vogelsberg.
Wandererparkplätze an der Ringstraße Hoher Vogelsberg: 1. Ulrichsteiner Kreuz - 2. Wiesenhof - 3. Poppestruth mit Schutzhütte - 4. Ludwigsbrunnen mit Grillhütte - 5. Charlottenhöhe mit Schutzhütte - 6. Rote Erde - 7. Niddaquelle - 8. Heide - 9. Steinbruch - 10. Hoherain - 11. Liegewiese - 12. Buschhorn - 13. Röderkopf mit Lehrpfad
In den Anfangsjahren lag der Schwerpunkt der Naturparkarbeit hauptsächlich in Infrastrukturmaßnahmen. Zur Lenkung der immer mehr motorisierten Besucher wurden zügig Parkplätze geschaffen, Schutz- und Grillhütten erstellt, Rastplätze und Liegewiesen eingerichtet, Orientierungs- und Erklärungstafeln und eine zweckmäßige Beschilderung aufgestellt. Auch das Info-Zentrum auf dem Hoherodskopf stellt einen dieser Bausteine dar. Begleitet wurden diese mehr praktischen Maßnahmen mit wissenschaftlicher Unterstützung, entsprechenden Kursen und Veranstaltungen, um Verständnis für den Lebensraum Naturpark zu schaffen. Hinzu kam eine Überarbeitung und Erweiterung der Wegenetze auf heute etwa 3.000 km Wanderwege in 'Hessens Mitte' und im Winter etwa 50 km gespurte Loipen mit vier Liften im Oberwald mit Abstimmung auf die Parkplatzsituation. Die Anzahl der Schutzgebiete wurde erweitert, vermehrt Naturdenkmale ausgewiesen. Mit dem 'Petershainer Hof' ist ein 'Jugendwaldheim' entstanden, auf dem Schlossberg in Ulrichstein der 'Vogelsberggarten' und die Jugendherberge auf dem Hoherodskopf wird inzwischen ihrem Ruf als 'Naturschutz-Jugendherberge' voll gerecht. Viel wurde bisher erreicht, doch das, was geschaffen wurde, wird immer mehr verfeinert. So können können seit kurzer Zeit z. B. speziell ausgebildete Naturparkführer die Besucher mit der Schönheit und den Eigenheiten des Naturparks vertraut machen.

Bild: Auf gepflegten Wanderwegen den Wald erkunden.
Die Arbeit konnte nicht alleine vom 'Zweckverband Naturpark Hoher Vogelsberg' geleistet werden. Abstimmungen mit Behörden, Städten, Gemeinden und kommunalen Einrichtungen mussten erfolgen unter deren aktiver Mitarbeit, zusätzlich die Beteiligung von Vereinen und vielen zum großen Teil ehrenamtlich tätigen Privatpersonen. Diese Gemeinschaftsleistung zeigt die Akzeptanz, die die 'Einrichtung Naturpark' allgemein, besonders aber in der Vogelsberger Bevölkerung, gefunden hat. - Und dass er von außen angenommen wird, zeigen die Besucherzahlen: bis zu 6 Millionen pro Jahr.
Die Akzeptanz des Naturparks bringt allerdings auch Nachteile. Besonders an Wochenenden mit schönem Wetter kommt es zu Massenbesuchen der am meisten bekannten Ausflugsziele Hoherodskopf, Niddastausee, Niedermooser See und im gesamten Oberwaldgebiet. Abfall, Lärm, freilaufende Hunde, unbefugtes Befahren von Wegen, Betreten der Schutzgebiete, Sammeln von Pflanzen, wildes Zelten und Grillen, etc. beeinträchtigen die Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen. Hinzu kommen mutwillige Zerstörungen von Naturparkeinrichtungen. Zwar ist es nur eine Minderheit, die sich regelwidrig verhält, doch die Auswirkungen sind enorm. - Alle, Einheimische und Besucher, sind aufgerufen diesen Auswüchsen entgegenzuwirken.
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