| |
Bacenis und Buchonia
Der Vogelsberg war einst Teil des in Caesars "de bello Gallico" erwähnten ungeheuren Waldes "Bacenis", der den Bezirk überdeckte, den der fränkische Geschichtsschreiber Gregor von Tours "Buchonia" nannte. Ursprünglich waren damit wohl Westerwald, Wetterau, Vogelsberg, das Fuldaer Land und Hinterland bis an die Rhön heran gemeint.
Mit den zunehmenden Rodungen wurde die Buchonia immer kleiner, und so verstand man schließlich im 9. und 10. Jahrhundert darunter nur noch den Vogelsberg und das angrenzende Fuldaer Land.

Bild: Einzelhöfe - tief im Tal.
Um das Jahr 700, zur Zeit des Bonifatius, berichtete der Fuldaer Mönch Eigil von „ungeheuren Bäumen“ in der Buchonia. Eintausend Jahre später war von diesem Wald nicht mehr viel übrig. Hatten die ersten Neu-Siedler nur relativ geringe Rodungsflächen in Anspruch genommen, dehnten ihre Nachkommen die die landwirtschaftlichen Flächen immer weiter aus, bauten immer wieder neue Holz-Fachwerk-Gebäude, nutzten Holz zum Heizen, brannten die Köhler Holzkohle für die Eisenschmelzen und das Weidevieh fraß in Wald und Vorwald die jungen Triebe der nachwachsenden Bäumchen ab.

Bild: Geplante Forstwirtschaft begann im Vogelsberg erst im 18. Jahrhundert .
Erst im 18. Jahrhundert begann im Vogelsberg gezielte - geplante - Forstwirtschaft. Man versuchte so schnell wie möglich den dezimierten Waldbestand aufzuforsten, pflanzte die schnell wachsenden Baumarten Fichte, Kiefer und Lärche an. Diese Monokulturen, die von da an den Vogelsberg prägen, versucht man heute wieder durch Pflanzen von Laubhölzern zu reduzieren, dem ursprünglichen Waldbild wieder näher zu kommen.
|
|