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Lehre
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit im Künanzhaus liegt auf der Ausbildung von Studenten, die an der Universität Gießen Biologie studieren. Bereits seit vielen Jahren haben so die Studierenden die Möglichkeit, auf dem Hohen Vogelberg ökologische Themen hautnah zu bearbeiten. Je nach Fragestellung kann der Aufenthalt von einem Nachmittag bis zu zwei Wochen dauern. Das Spektrum ist außerordentlich weit gefächert. Besonders wichtig ist, dass hier auch angehende Biologielehrer und –lehrerinnen den Kontakt mit der Natur vertiefen können.
Wirbellosengesellschaften auf Dauerbeobachtungsflächen Dieses Praktikum ist als eines der ersten auf dem Vogelsberg etabliert worden. Im Laufe von zwei Wochen werden an fünf ausgewählte Dauerbeobachtungsflächen die wirbellosen Tiere erfasst (Insekten, Spinnen, Hundert- und Tausendfüßer, Asseln, etc.). Dabei kommen viele Methoden zum Einsatz. Sollten Sie auf Ihren Spaziergängen in der Region bunte mit Flüssigkeit gefüllte Plastikschalen sehen (zum Fang blütenbesuchender Insekten wie Bienen und Fliegen), so findet vermutlich gerade dieses Praktikum im Künanzhaus statt. Über die letzten Jahre konnten so wichtige Erkenntnisse zur zeitlichen und räumlichen Entwicklung der Lebensgemeinschaften gewonnen werden. Es zeigte sich, dass besonders auf den Offenlandflächen ein deutlicher Einfluss des Klimawandels auf bestimmte Tiergruppen deutlich nachweisbar ist.

Naturbeobachtungen - auch im Nebel
Winterökologie einheimischer Vögel
In diesem Praktikum wird die Populationsstruktur der im rauen Klima des Vogelsberges überwinternden Vögel untersucht. Fütterungsversuche und das Beobachten des Verhaltens am Futterhäuschen liefern Aufschlüsse über die Beziehungen zwischen den einzelnen Arten unter Extrembedingungen. Das Künanzhaus dient dabei als Basisstation - nicht nur zum Aufwärmen der klammen Finger, sondern auch zur Protokollierung, Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.

Vermessen, notieren, auswerten ...
Naturschutz im Vogelsberg
„Schutz durch Nutzung“ ist in unserer Zeit zu einem populären Stichwort in der Naturschutzbiologie geworden. Gerade für die angehenden Naturschützer ist es wichtig, dass sie über das an der Universität vermittelte „Rüstzeug“ für wissenschaftliches Arbeiten hinaus die Fähigkeit erlangen, politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit naturschutzrelevante Zusammenhänge begreiflich zu machen. In einem neu am Künanzhaus etablierten Praktikum lernen die Studierenden, „Brennpunkte“ zwischen Naturschutz und öffentlichen Interesse zu erkennen, zu bearbeiten und die Ergebnisse in allgemein verständlicher Form wiederzugeben. Dabei geht es um Fragen wie Tourismus, Waldwirtschaft und Imkerei. Die Veranstaltung wird in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen des Naturparkes Hoher Vogelsberg durchgeführt.
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